Systemische Therapie im Überblick


Wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren

Die Systemische Therapie ist seit 2008 eines von nur fünf in Deutschland wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren. Darüberhinaus ist es auch international verbreitet. Allerdings wird es von deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen in der ambulanten Therapie nicht bezahlt, da es kein sogenanntes Richtlinienverfahren ist.

 

Schwerpunkt: Beziehungssysteme

Systemische Therapie interessiert sich besonders für den sozialen Kontext, d.h. die Beziehungssysteme, in denen sich psychische Störungen und Probleme entwickeln. Neben einer Einzeltherapie sind auch Mehrpersonen-Therapien mit Angehörigen oder anderen relevanten Personen aus dem Leben von Patienten möglich.

 

Schnell, nachhaltig und effektiv 

Systemische Therapie zielt auf eine schnelle und nachhaltige Wirkung, indem sie konsequent auf die Stärkung der patienteneigenen Kompetenzen und Ressourcen setzt. Motivierend und unterstützend werden Patienten im therapeutischen Verlauf ermutigt, individuelle Lösungen für ihre Anliegen zu entwickeln. Dies erhöht die Akzeptanz, Patientenzufriedenheit und Langzeitwirkung therapeutischer Erfolge.

 

Alltagstauglich

Therapeutische Ergebnisse müssen sich im Alltag bewähren. Größere Abstände zwischen den Sitzungen bieten in der Systemischen Therapie die entsprechende Gelegenheit und verringern zudem die Sitzungsanzahl. Die langfristige Stärkung der patienteneigenen Ressourcen und Kompetenzen bewirkt zudem eine geringe Inanspruchnahme anderer Gesundheitsdienstleistungen. Verglichen mit anderen Therapieverfahren bedeutet dies, dass die Systemische Therapie ein vergleichsweise zeitsparendes und kostengünstiges Therapieverfahren ist.

 

Systemische Therapie - Interdisziplinär und kooperativ 

Systemische Therapie schätzt besonders die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Spektrum möglicher Interventionen, Verfahren und Methoden ist entsprechend breit. Gerne werden andere Fachrichtungen, therapeutische Praxen und weitere Stellen in die Behandlung miteinbezogen. Bei besonderen Herausforderungen ist auch eine abgestimmte Zusammenarbeit mit mehreren Therapeuten in der Sitzung möglich. 

 

Flexibel und individuell

Die Systemische Therapie ist flexibel in der Gestaltung der Therapieplanung. Die Anzahl, die Dauer und die Abstände zwischen den Sitzungen orientieren sich am Anliegen, dem Bedarf, dem therapeutischen Nutzen und den individuellen Möglichkeiten.

 

Welche systemischen Therapieformate gibt es?

In bis zu vier Sitzungen wird der Behandlungsbedarf abgeklärt und therapeutische Maßnahmen für überschaubare psychische Herausforderungen erarbeitet. Dabei werden Ressourcen und Kompetenzen aktiviert um therapeutische Lösungen zu entwickeln und im Alltag umzusetzen. Im Falle aktueller Krisen kann durch mehrere Sitzungen innerhalb weniger Wochen therapeutisch reagiert werden. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten, mit 10 bis 20 Sitzungen, gibt es Systemische Kurzzeittherapien oder falls nötig, auch Langzeittherapien mit mehr als 20 Sitzungen. Darüberhinaus sind noch weitere Therapieformate in psychiatrischen Ambulanzen oder im Rahmen  einer stationären Therapie möglich.


Integrative Therapie

 

Die integrative Therapie bietet sich besonders in Kombination mit der Systemischen Therapie an, da sie die methodischen Ansätze und therapeutischen Interventionen mehrerer psychotherapeutischer Verfahren verbindet (z.B. aktive Psychoanalyse, körperorientierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie).